Sonntag

Die blaue Reise in der Türkei

Die blaue Reise – ich will die sieben Stunden zurück

Im Internet hatte ich es gelesen. Falls man einen Tagesausflug in der an sich wunderschön gelegenen, jedoch von Unterschichtstouristen übervölkerten, Halbinsel Side bucht, sollte man es direkt am Hafen tun. Dort sei es billiger – das sagt zumindestens das Internet. Und dem wird geglaubt. Zumindestens bis das Gegenteil bewiesen ist.
Weil sowohl Bella als auch Ich Lust auf Bootfahren haben, begeben wir uns am Montag eben genau dorthin. An den Hafen.
Delfine klingen gut, Schildkröten klingen sehr gut – und die Boote, die auf alt getrimmt sind, versprechen einen schönen Tag. 20 Euro klingt nicht zuviel für eine Tagesschiffsreise inklusive Mittagessen. Und so beschließen wir es zu wagen: Die blaue Reise wird unsere Reise sein.
Um neun sollen wir dort sein und nachdem wir zuerst auf ein falsches Boot gelotst wurden, sitzen wir irgendwann tatsächlich mutterseelenallein auf einem Holzboot, was Richtung Alanya aufbrechen soll. Es ist ruhig, wunderschönes Weter und noch nicht zu heiß. Außer uns ist nur ein mittelalter männlicher Mensch, der in Kapitänskluft herumläuft, vorhanden.
Er winkt mich zu sich heran: „Photo!“, ruft er. „Photo.“
Und da ich zu dieser Tageszeitsehr wohl noch dazu aufgelegt bin, ein Photo zu machen, lasse ich mir die Kapitänsmütze aufsetzen, stelle mich hinter das Steuer und tue so, als würde ich fahren. Eigentlich finde ich es dämlich, eigentlich finde ich es dumm, lasse mich auf den Schabernack ein und setze mich dann wieder. Kurz und schmerzlos.
„Lass uns doch nach unten setzen. An den Bug. Da sind Matten und wir können dort herumliegen. Da ist es besser.“, meint Bella und nach einigem Zögern, da das Obergeschoß mit einem Sonnenschutz, der Bug jedoch nicht überdacht ist, und ich Angst um meine Haut habe, raffe ich mich dazu auf.
Kurze Zeit später liegen wir dort und sehen nicht, wie ein Shuttlebus nach dem Anderen weitere deutsche, englische, schwedische, norwegische Touristen ablädt. Wir merken nur an dem anschwellenden Stimmengewirr, dass wir nicht mehr alleine sind. Augen verschlossen und sich aufs Meer geträumt. In Wellen – Wind und Weite.
Mit einer Stunde Verspätung und einem vollen Schiff geht es los. Eine Eisenkette zieht das Schiff aus der Bucht heraus. Spannend. Urtümlich. Wunderbar. Ein Abenteuer, denke ich.
„Ein Abenteuer.“, flüstere ich Bella zu. Welche auch mit großen Augen und pochendem Herzen den kommenden Stunden entgegenzublicken scheint. Doch schon gefühlte Millisekunden später hat die relative Ruhe ein Ende, die Schönheit wird zerbrochen und dröhnende Techno-schlager-musik erdröhnt aus den Lautsprechern.
„Infinity.“
Oder was auch immer es sein mag. Ich stöhne innerlich und äußerlich auf.
„Nein. Nein. Nein.“
Bella stimmt in den Chor der Technohasserinnen ein und wir verschanzen uns hinter unserer Musikliebhaberei und Sonnenbrillen. Andere würden es sicherlich als Arroganz auffassen. Wir nicht. Wir wissen was gut ist. Und diese Musik ist alles andere als gut. Das Wort Ohrenkrebs ist zwar kein schönes Wort. Aber es trifft in Etwa das, was wir beide denken, fühlen, verschmerzen müssen.
Während Bella sich zurücklehnt und das Sein auf dem Wasser mit einem Buch versüßt, sehe ich mich um und versuche zu verorten, was zu verorten ist.
Abgesehen von der meist unerträglichen Musik. Nur momentanes Aufatmen, als „Spiderman“ von The Cure kommt – doch dann wieder stoisches über sich ergehen lassen, als ein weiterer Technoschlager tönt.
Es hätte schlimmer kommen können. Es hätte ein Wolle Petri Schiff sein können, denke ich und bekomme ein Zucken im Auge, was sich nur verstärkt, als ich mich weiter umsehe:
Vorn links am Bug sehe ich zwei weiße Menschen. Und da der Mann einmal „Üxy“ sagt, kann ich, mit meinem Wissen um die ersten zehn Zahlen auf finnisch, darauf schließen, dass sie aus eben jenem norwegischen Land kommen.
Der Mann ist das Klischeebild von einem „Bären“ - Also nicht von einem richtigen Bären, sondern von der Metapher: „Ein Mann wie ein Bär.“
Mit freiem Oberkörper und rückwärts aufgesetzer Baseballkappe sitzt er – pardauz – mit dem Rücken entgegen der Fahrtrichtung – also mit Blick auf das Schiff – ganz vorn am Bug. Was mich verdutzen wird ist, dass er es vermag in den gesamten sieben Stunden, welche wir auf dem Schiff verbringen werden, nicht wirklich seine Position verändert. Er sitzt und sitzt. Er sitzt weiter und dann sitzt er wieder. Natürlich wäre das Bild nicht komplett, wenn er dabei nicht trinken würde. Also – er sitzt, trinkt einen Schluck Effes Bier und dann sitzt er wieder und trinkt noch einen Schluck Effes Bier. Ab und an gibt er durch das Hochheben der leeren Bierdose zu verstehen: „Noch eins.“
An sich langweilig. Aber in dem sich eins zu eins deckenden Klischee in meinem Kopf – für mich relativ spektakulär.
Seine Begleitung hingegen – die Frau die sich die gesamte Zeit neben ihm befindet – ist nicht hübsch zu beobachten. Weil sie vor allem eines tut. Sie tut einem Leid. Mit einer Eindringlichkeit, die ans Beschützen wollen grenzt. Ihr Gesicht sehe ich nur kurz. Es ist puterrot und ein wenig aufgedunsen. Sonnenbrand hoch tausend, denke ich und mein Mundwinkelzucken verstärkt sich ein wenig. Und es verlässt mich auch einige Zeit nicht, nachdem sie sich neben den „Bären“ legt, Sonnenmütze über ihr gesamtes Gesicht gezogen und die nackten Beinchen der Sonne ausgesetzt. Damit auch sie knallrot werden und schmerzen. Damit sie ihren Freundinnen zuhause sagen und vor allen Dingen beweisen kann: „Ich habe mich erholt. Ich lag den ganzen Tag in der Sonne.“
Dann lieber die Bilderbuchfamilie rechts vom Bug ansehen. Auch Skandinavier. Jedoch Schweden.
Vater, Mutter und drei Kinder. Allesamt bildhübsch. Blond und auf gesunde Art braungebrannt. Auch sie unterhalten sich nicht, sondern sonnen sich lieber. Aber auf eine nette, unspektakuläre Art und Weise.
Da sind die Engländer, die direkt vor Bella und mir sitzen mehr Worte wert.
Vater, Mutter und pubertierende Tochter. Letztere scheint auf die Reise mitgeschleift worden zu sein. Sicher wäre sie viel lieber im Hotel geblieben, was man ihren verdüsterten Augen, die die Umwelt ebenso feindlich, jedoch mit weniger Wohlwollen ansehen als die meinen, erkennen kann. Ich kann mir vage vorstellen was für Musik aus ihrem Ipod erklingt. Sicherlich nicht Techno, sondern dramatische „Die Welt versteht mich nicht.“ Musik. Jedoch bin ich schon zu alt – und das ist tatsächlich der Fall – um wissen zu können, was sie hört. Sie ist ein „Doors, Velvet Underground, Leonard Cohen Typ.“ Das hört sie bestimmt nicht. Oder doch? Mein wohlwollender Blick schafft es nicht zu ihr herüber. Sie scheint damit beschäftigt zu sein das Feindbild „Schiff“ in Gänze aufrecht erhalten zu wollen. Soll sie. Ihre Stimmung ist schon von Beginn an beschissen. Nunja – sie ist vierzehn.
Die Mutter sitzt, wie man von weitem sieht, da sie es nicht nur metaphorisch tut sondern auch tatsächlich, zwischen den Stühlen. Während der Vater – er sollte sich mit dem norwegischen Bären zusammentun – bereits um zehn sein erstes Efes trinkt. Noch dazu raucht er Kette und sieht sich kommunikativ um. Ein Engländer mit einem ungesunden Teint. Mit lustigem Sonnenhut auf dem Schädel, welcher ihn auch in eine andere Zeit und an einen anderen Ort – etwa eine Safari in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts – verorten könnte.
Ich sehe weg.
„Stopp zu Baden.“, brüllt ein junger Türke, der vermutlich den Animateur – oder wie auch immer man ihn bezeichnen soll – darstellt.
Eine Insel. Eine Badeinsel? Muss man baden? Ich will nicht baden. Keineswegs. Auf keinen Fall.
Hier mündet ein Fluss in das Mittelmeer. Und zwischendrin ist ein bisschen Sand. Eine Badeinsel?!
Nun. Was stellt man sich unter einer Badeinsel vor? Ein paar Palmen, ein paar Liegestühle, eine Bar. Ähnlich ist auch die Badeinsel auf der unser Technoschiff anlegt. Nur gibt es keine Palmen. So stell ich mir eher die Wüste vor. Eine immense Ansammlung von Sandkörnern. Ohne jedweden Bewuchs.
Touristen werden auf der einen Seite an Land gepuckt und springen auf der anderen Seite des schmalen Sandstreifens wieder ins Wasser. Auf dem Weg dazwischen kaufen sie sich ein Efes. Jedoch nur wenn sie daran gedacht habe sich, bevor sie das Boot verließen, ihre Schuhe bzw. Flip Flops anzuziehen. Sonnenhitze und Sand macht langsames spazieren auf Badeinseln unmöglich. Und so sehen Bella und ich mit hochgezogenen Augenbrauen den hüpfenden und „Aua.Aua.“ schreienden Menschen zu, die von einer Seite zur anderen Seite springen. Und es sind derer viele.
Langweilig, denke ich. Langweilig, denkt Bella.
Und wir verziehen uns unter das Zeltdach, was an zentraler Stelle – in Mitte der Insel – aufgestellt wurde, betrachten mitleidig die Fußwehen Menschen, die kurz verschnaufen, bevor sie die weiteren zehn Meter hüpfend zum Strand zurücklegen. Wir teilen uns eine kalte Fanta.
Wenigstens für ein paar Minuten kein „Itzen – Itzen“ Techno Dreck. Für ein paar Minuten Ruhe.
Wieder auf das Boot gespült, gibt es Mittag.
Kaltes Hühnchen, was jedoch noch insoweit lauwarm ist, als dass erkennbar ist, dass es heiß hätte sein sollen, mit Salat und Weißbrot. Allesamt fürchterlich.
Aber das haben wir auch nicht anders erwartet. Zumindestens ist es etwas zu essen.
Langsam wird das draußen sitzen zu heiß und obwohl wir uns mit dem klebrigen Sonnenfaktor 50 eingeschmiert haben, weswegen wir auch überall kleben bleiben, verziehen wir uns nach drinnen. Leider nicht früh genug, um dem Animateur, welcher nun auch Souvenirfotograf ist, zu entgehen. Hier helfen keine Abwehrversuche. Wir müssen posieren. Wir müssen Klischeebilder machen, die wir dann später überteuert abkaufen sollen. Wehren bringt nichts und so machen wir das pubertäre – das einzig Hilfreiche- Wir geben uns keine Mühe zu lächeln.
Es werden beschissene Fotos werden. Aber das hat der Typ davon, wenn er uns etwas aufzwingt, was wir nicht wollen.
Dass „Nein.“ nicht als „Nein“, sondern als „Eigentlich doch.“ verstanden wird, erfahren wir beide später noch eindringlicher. Aber jetzt verziehen wir uns erstmal unter Deck und sehen über die Reling dem nahen Land am vorüberziehen zu. Oder umgekehrt. Eine leise Sehnsucht stellt sich bei uns ein. Wie gerne wären wir jetzt dort. Nicht hier. Dort drüben. Ohne Menschen. Gut. Gut. Nicht in dieser Betonburg oder jener Bettenburg. Aber prinzipiell – nicht hier. Da sind wir uns einig.
Ab und an linse ich jedoch immer wieder zu dem skandinavischen Bären herüber, nehme die skandinavische Bilderbuchfamilie war und sehe, wie der englische Vater sich einen Schnorchel über seinen Kopf gezogen hat. Albern ist das nicht wirklich, weil viele einen Schnorchel haben – albern ist, dass er mit Schwimmflossen über das Boot stapft.
Sozialstudien, denke ich achselzuckend.
Wir sehen mit Entsetzen ein mittelaltes - älteres Ehepaar aus Deutschland an, die sich leise und dennoch zu laut auf sächisch unterhalten. Die Frau ist um die fünfzig, hat eine perfekt sitzende Fönfrisur mit naturgemäß blondgefärbten Haaren, eine Jeans mit putzigen goldenen Applikationen am Hinterteil und bewegt sich etwas steif. Was bedeutet, dass sie ihren Oberkörper hin und her bewegt, während ihr Unterleib weder ein Eigenleben noch irgendein Leben zu haben scheint. Was auch nicht verwunderlich ist, wenn man ihren Mann ansieht. Immer wieder verwunderlich ist mir, dass die Verteilung von Fett an den menschlichen Körpern nicht proportional, sondern stattdessen von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfällt. Dünne Beinen, dicker Bauch. Zierlich wäre das sächsische Männlein zu bezeichnen, wenn es nicht diesen Bauch hätte.
„Badestopp!“, brüllt der Animateurmensch und versucht Leute dazu zu animieren sich auszuziehen und von Bord zu springen. Affig. Aber bringt gewiss Spass. Irgendwo. Wenn ich zwölf wäre, hätte ich Spass. Wenn ich allein mit Bella auf diesem Schiff wäre, hätte ich Spass. Wenn wir mit unseren Freunden auf diesem Schiff wären, wäre es ein wahrliches Vergnügen. Aber so?
„Nein danke.“
„Es ist Pflicht.“
„Ein Dreck ist es.“
Bella und ich bleiben sitzen und harren der Dinge, die da kommen mögen. Es kommt aber nichts. Der norwegische Bär macht einen Bauchplatscher und brummt als er seinen Kopf wieder aus dem Wasser streckt.Der englische Vater klettert umständlich mit seinem Instrumentarium über eine Leiter ins Wasser. Die Bilderbuchfamlie juchzt gemeinsam mit dem Sachsen, der ihnen erklärt, dass er ja gestern eine Burg besichtigt hätte und nach zehn Minuten werden sie wieder eingesammelt und wir fahren weiter.
Erschreckend ist es zuzusehen, wie der Sachse sich in der Mitte des Schiffes – ohne sich festhalten zu können, versucht die Hose anzuziehen. Eine Mischung aus kläglich, bemitleidenwert und zugleich auch bewunderswert – wenn es nicht so erbärmlich wäre – wie er den Versuch unternimmt sich, ohne sich irgendwo, noch nicht einmal an seiner Frau, abzustützen seine Hose über die Stelzenbeinchen hin zum dicken Bauch zu ziehen.
Ich sehe erstaunt, wie auch seine Frau den Versuch, der vermutlich auch an mindestens zwei Efes Bieren scheitert, ihren Blick langsam und dezent in eine andere Richtung lenkt. Und lieber den torkelnden Schnorchel Enländer ansieht.
Die nächste Stunde besteht darin sich zu langweilen und Übergriffsversuche der männlichen Wesen abzuwehren. Zuerst Bella, die zum Tanzen animiert werden soll:
„Nein.“
„Doch tanzen.“
„Nein.“
„Komm. Komm. Das bringt Spaß!“
„Nein.“
Obwohl Bella dreimal laut und vernehmlich „Nein“ gesagt hat, hindert es den Animateur nicht daran, sie an ihren Händen zu greifen und den Versuch sie auf die Tanzfläche, Hosenanziehfläche, zu ziehen, um mit ihr zu Technobeats eine gute, tolle, erquickliche, fantastische Zeit zu verbringen. Aber da hat er sich die Falsche ausgesucht, denn Bella stemmt sich mit aller Kraft – sie wird puterrot im Gesicht ob der Anstrengung – gegen den Besitzanspruch und gewinnt. Ächzend sitzt sie wieder aufrecht neben mir und sagt:
„Die verstehen nur, wenn man Nein brüllt!“
Wenig später darf auch ich diese Erfahrung machen, denn der Kapitän, dessen Mütze ich vor gefühlten tausend Stunden auf dem Kopf hatte, macht mir Avancen. Auch er tanzt und will mich zum tanzen animieren. Aber er versteht dieses „Nein danke.“ Das nächste „Nein.“ versteht er jedoch nicht, denn er hat sich in den Kopf gesetzt mir sein Hemd, dessen er sich mittlerweile entledigt hat, überzuziehen.
„Komm. Komm.“
Ich verstehe, dass er es lustig fände, wenn ich sein Hemd tragen würde . Ich verstehe, dass er das für einen Riesenspaß hält. Aber er versteht dieses „Nein.“ nicht, nimmt meinen rechten Arm (den ich danach auf der Toilette mit Wasser abwasche) und beginnt mir eigenmächtig das Ding anzuziehen. Einen Arm schafft er. Bevor er es auch noch über meinen anderen Arm ziehen kann, brülle ich laut: „NEIN!“ und mache eine Geste, die ich sonst nur aus Mafiafilmen kenne. Ganz selbstverständlich ist sie in meinem aktiven Gestenschatz parat: Die rechte Hand unter das Kinn gezogen und dann mit der ausgestreckten Hand vor diesem hin und her gewedelt. Ich sehe gewiss richtig böse aus. So böse war ich lange nicht mehr. Gegen einen körperlichen Übergriff muste ich mich das letzte Mal vor meiner und der Pubertät meines älteren Bruders wehren. Sein Hemd stinkt nicht nur nach seinem Schweiß, sondern ist noch feucht von seinem Schweiß.
„Mach schnell ein Photo!“, brülle ich Bella zu. „Mach schnell. Mach schnell. Ich finde es eklig.“
Bella kramt in Windeseile den Photoapparat heraus, macht ein Photo und ich werfe ihm seine Kleidung vor die Füße. Danach die Toilette und das Waschen und nur noch böse Blicke zu ihm.
„Schlimm hier.“, sage ich zu Bella.
„Ja. Ich will hier auch weg.“, stimmt sie mir zu.
Das Boot ist fortan ein Gefängnis, wo es uns gar nicht weiter erschreckt, dass ein jüngeres Paar sich laut darüber unterhält, ob sie es Abends noch zu dem Buffet in ihrem Hotel schaffen oder nicht. Es interessiert uns auch weniger, ob der Animateur das Wort „Schlamm“ im Englischen weiß oder nicht und wir es ihm fünfmal zubrüllen müssen. Es interessiert uns nur noch, dass wir endlich in Alanya ankommen. Was irgendwann tatsächlich der Fall ist. Schon nach wenigen Minuten an Land stellen wir fest, dass auch hier nicht Europa und Friedlichkeit sondern Tourismus und Angequatsche das Geschäft bestreitet. Überraschend ist es nicht – nur frustrierend.Aber zumindestens werden wir nicht noch einmal auf das Boot zurückmüssen. Das ist vorbei. Die blaue Reise überstanden.
Sozialstudien beendet. Für diesen Urlaub. Zumindestens in dieser Drastik.Es hat gereicht. Für immer. Ab in den Bus – Musik auf die Ohren – und Sozialstudien beendet. Punktum.